Welche Erfahrung und Erwartungen haben Micro-Influencer? Für die Serie Blogger hautnah haben wir sechs Bloggerinnen und Blogger interviewt. Ihre Antworten bieten bemerkenswerte Sichtweisen für Unternehmen und Agenturen.

In dieser Woche interviewen wir Martin Wolfert vom Blog Lichttraeumer.

Blogger hautnah: Ich lasse mich nicht korrumpieren - Martin Wolfert - lichttraeumer.de


Hallo Martin, stelle dich und deinen Blog bitte einmal genauer vor.

Ich bin Martin und blogge auf Lichttraeumer hauptsächlich über Fotografie und Fotografietests. Mein Spezialgebiet ist die Panoramafotografie. Hauptamtlich arbeite ich bei einem großen Webhoster im Hostingbereich. Aus beruflichen Gründen muss ich viele Dinge untersuchen und testen. Mein Blog ist für mich daher eine Spielwiese. Ich teste aus, was ich mit einem fotolastigen Blog mit WordPress machen kann. So vereine ich mein Webdesign-Hobby mit meinem Beruf und der Fotografie.

An wie vielen Kooperationen hast du schon teilgenommen?

Bisher habe ich an zwei Kooperationen bei Trusted Blogs teilgenommen. Die Zusammenarbeit fand ich sehr gut und es hat mSpaß gemacht. Beworben habe ich mich bereits bei mehreren.

Worauf kam es dir an, dich zu bewerben?

Hauptsächlich schreibe ich gerne und teste gerne neue Sachen aus. In meinem Blog kann ich dies miteinander vereinen und habe so wieder einen Grund etwas Neues zu Testen. Zuhause hat man nur eine begrenzte Auswahl an Objektive und Fotoequipment, daher macht es für mich Sinn, an solchen Kooperationen teilzunehmen. In der Neugier liegt für mich der eigentliche Anreiz.

Welche Rolle spielt die Zielgruppe und die Positionierung Deines Blogs?

Die Kampagne muss zu meinem Blog passen, dem Thema Fotografie also gerecht werden. Da dieses Thema sehr weit gefächert ist, suche ich mir spezielle Aspekte aus. Ob ich genau auf meine Zielgruppe achte, kann ich nicht sagen. Ich schreibe meinen Blog nicht nur für meine Zielgruppe, sondern auch aus eigenem Antrieb. Ich schreibe über das, was mich interessiert. Ich verdiene schließlich kein Geld damit.

Welche Rolle spielt das Produkt oder die Dienstleistung?

Mein Anspruch ist es, über Produkte zu schreiben, hinter denen ich stehe. Daher gucke ich mir vorher an, was ich über das Produkt schreiben könnte. Wenn es dann zum einen in die Nische Fotografie fällt und für mich interessant ist, kann ich mir eine Kooperation vorstellen. Das Produkt muss das widerspiegeln, wofür die Marke steht. Ich muss die Dienstleistung oder das Produkt selbst getestet haben, damit ich meinen Lesern ein Stück weit mit Ehrlichkeit entgegen komme. Ich würde nie über etwas schreiben, nur um dafür Geld oder irgendetwas anderes dafür zu bekommen.

Welche Rolle spielt die Art der Vergütung?

Die Vergütung ist für mich wichtig, damit ich meinen Blog auf einem Rootserver laufen lassen kann. Das kostet im Monat nicht wenig Geld. Dazu kommen noch einige Bezahl-Plugins in WordPress. Einen Blog zu betreiben heißt eben monatliche Ausgaben zu haben. Mit Kampagnen versuche ich, ein bisschen von meinen Ausgaben als Geld wieder hereinzuholen. Eine Vergütung mit Geld ist mir daher mehr wert, als ein Produktgutschein oder eben das Produkt selbst.

Worauf kommt es bei einer Kampagne an?

Bevor ich mich an den Artikel setzte, muss ich wissen, was das Unternehmen oder die Agentur bei meinen Lesern erreichen möchte. Auch mit Einschränkungen komme ich zurecht. Einige Unternehmen wollen nicht, dass man zu kritisch schreibt. Für mich ist am besten, wenn ich das Produkt und grob die Zielrichtung kenne und ich einfach frei in meiner Schreibe, in meiner Meinungsbildung bin. Das ist mir sehr wichtig. Falls etwas schlecht ist, schreibe ich nicht explizit hinein, das es schlecht ist. Ich weise vielmehr darauf hin, dass das Produkt Mängel aufweißt. Die Freiheit nehme ich mir heraus. Unternehmen die mich für eine Kampagne buchen, wissen, dass sie bei mir eine ehrliche Meinung erwarten können, die in gut verpackter Kritik herüberkommen kann.

Welche Rolle spielt die Ansprache für dich durch Auftraggeber?

In der Ansprache mit den Unternehmen ist es mir wichtig, dass die Erwartungen des Auftraggebers möglichst genau formuliert werden. Ansagen wie: „Sie sind ja der Blogger, schreiben Sie mal etwas!“ sind viel zu ungenau. Am Ende wird der Auftraggeber möglicherweise nicht zufrieden sein mit dem, was ich daraus mache. Im Idealfall weiß ich genau, wer die Zielgruppe des Unternehmens ist und welchen Umfang der Beitrag haben soll. Oftmals sollen die Artikel in mehrere Absätze gegliedert werden. Zudem ist wichtig zu wissen, ob eigene Bilder zu dem Beitrag gemacht werden sollen oder ob einem Bilder zur Verfügung gestellt werden. Ich halte es für notwendig zu wissen, welche Links gesetzt werden sollen und bis wann der Artikel veröffentlicht werden soll. Und dass man bei Rücksprachen entsprechend zeitnah betreut wird.

Du siehst dich ganz journalistisch an der Stelle?

Ich lasse mich nicht durch Geld oder einem großen Name korrumpieren. Wenn mir etwas auffällt, was aus meiner Sicht nicht gut ist, dann schreibe ich das so auf. Nicht um Unternehmen in die Pfanne zu hauen oder schlecht über sie zu schreiben. Unternehmen erhalten so ein objektives Feedback und können ihre Produkte so verbessern.

Macht es für dich einen Unterscheid, ob eine Agentur oder das Unternehmen dich anspricht?

Mir ist eigentlich der direkte Kontakt wesentlich lieber, falls ich mal Rückfragen habe. So kann ich direkt mit dem Unternehmen oder dem Produktinhaber sprechen kann, ohne dass so eine Art Proxy zwischendrin ist. Mit einer Agentur dazwischen kommen die Worte vielleicht nicht immer so an, wie sie es sollen. Oftmals kommt es dort zu Übersetzungsfehlern von Marketingsprech zu „normalen“. Ich arbeite lieber direkt mit Unternehmen zusammen. Wobei das kein Ausschlusskriterium für Agenturen ist.

Wie findest du das Verfahren von Trusted Blogs für dich als Blogger?

Ich finde die Zusammenarbeit mit Trusted Blogs sehr angenehm. Besonders bei der letzten Kampagne hatte ich so ein bisschen Probleme mit den Aussagen der Firmen, die in der Kampagnen-Ausschreibung darin waren. Ich hatte das Gefühl, dass sie den Blogger in eine gewisse Richtung drücken wollten. „Nimm doch dieses Bild und jenes Bild. Du könntest es so oder so schreiben.“ Dann habe ich mich direkt mit dem Team von Trusted Blogs per E-Mail-Kontakt gewandt und habe einmal nachgefragt, ob das so üblich ist und wie sie dazu steht. Von daher war die Zusammenarbeit also schon echt gut.

Martin Wolfert, danke für das Gespräch!

In der Serie „Blogger hautnah“ berichten in Bloggerinnen und Blogger in sechs Skype-Interviews über ihre Erfahrungen mit Kooperationen und Kampagnen. In einem Zeitraum vom 12. März bis 16. April 2018 veröffentlichen wir jeden Montag ein Interview. Die Gespräche werden parallel als Video in unserem Youtube-Kanal gepostet.

Die Idee dahinter stammt von Trusted Blogs. Eduard Andrae, Gründer von Trusted Blogs, bietet Agenturen und Unternehmen eine Plattform, den passenden Blogger zu finden, Kampagnen zu organisieren und die Ergebnisse zu überwachen.


Das Interview als Video:


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Eduard Andrae, Gründer von Trusted Blogs, im Interview:

Über Scheidtweiler PR

Scheidtweiler PR als Teil des Consus Marketing-Netzwerkes steht Ihnen für weitere Anfragen gerne zur Verfügung. Die Agentur aus Bremen unterstützt Unternehmen dabei, moderne Kanäle wie Social Media (Facebook, Xing, Linkedin und Co.) mit der klassischen Unternehmenskommunikation zu verknüpfen. Dadurch kommunizieren diese effizient und kostensparend mit ihren Zielgruppen (Käufer, Interessenten, Anwohner).

Ein Schwerpunkt des Gründers Nicolas Scheidtweiler ist die Verzahnung von praktischen Erfahrungen mit einem Theorie-Fundament. PR muss nach Ansicht des Experten dauerhaft und kontinuierlich gestaltet werden. Nur durch eine ideenreiche und seriöse Partnerschaft werden die Kommunikationsziele erreicht. Zu den Kunden zählen mittelständische Unternehmen aus Bremen und Norddeutschland.