Blogger-Marketing und Blogger-Relations sind in der Unternehmenskommunikation ein wachsendes Themenfeld. In der Serie Blogger hautnah berichten wir über Ziele und Erfahrungen von Micro-Influencern mit Kooperationen. Die gesammelten Informationen von den sechs Bloggerinnen und Bloggern sind sowohl für Unternehmen als auch für Agenturen sehr aufschlussreich.

Heute interviewen wir Franziska Schneider von das-lieblingsrudel.

Blogger hautnah: Kooperationen müssen beiden Seiten etwas bringen - Franzika Schneider - lieblingsrudel


Hallo Franziska, stelle dich und deinen Blog vor.

Ich bin Franziska und mein Blog nennt sich das-lieblingsrudel. Thematisch geht es um Hunde, ihre Lieblingsrudel und alles was dazu gehört. Ich bin seit Juli letzten Jahres dabei und hab bereits davor schon gebloggt. Hauptsächliche Themengebiete waren damals Hunde, Kommunikation und Körpersprache. Als ich gemerkt hab, dass alles für mich nicht so passt, habe ich den Blog Lieblingsrudel ins Leben gerufen. Ich besitze selber zwei Hunde, die natürlich mein persönliches Lieblingsrudel sind. Über den Blog, Facebook und Instagram habe ich mir eine Community aufgebaut.

An wie vielen Kooperationen hast du schon teilgenommen?

Ich habe ungefähr an 80 Kooperationen schon selber teilgenommen. Allerdings habe ich bereits vor dem Lieblingsrudel mit meinem ersten Blog an Kooperationen teilgenommen. Beim Lieblingsrudel habe ich sowas wie so einen Adventskalender gemacht. Da habe ich jeden Tag ein Türchen geöffnet und einen Kooperationspartner vorgestellt. So gab es an 24 Tagen Verlosungen und andere Aktionen. Zudem baue ich über das Jahr hinweg hier und da mal eine Kooperation ein.

Wie viel Zeit investierst du in Kooperation?

Der Zeitaufwand für Kooperationen kommt ein bisschen darauf an, was sich der Kooperationspartner vorstellt. Größere Firmen haben ein ganz genaues Bild, wie alles am Ende aussehen soll. Das fällt leichter, als ungenaue Angaben nach dem Motto „Mach mal“. Im Schnitt brauche ich für einen Blog-Beitrag mit Social Media-Posts, Fotos und Co. zwischen drei und fünf Stunden. Das ist immer abhängig davon, was der Kooperationspartner als Ausgangsbasis liefern kann.

Welche Kriterien sind für dich wichtig, um an einer Kooperation teilzunehmen?

Mir ist es wichtig zu wissen, was für ein Produkt es ist und ob es überhaupt zum Thema meines Blogs passt. Ein Beautyprodukt meinem kompletten Lieblingsrudel vorzustellen geht also nicht. Da wissen sie nichts mit anzufangen und es bringt dem Kooperationspartner natürlich auch nichts. Schließlich sind die Leute, die mir folgen, an Hunden interessiert.

Ich achte darauf, dass die Produkte nachhaltig sind und eine gewisse Philosophie hinter ihnen steht. Nur wenn die Produkte gut für Hunde sind, kann ich sie mir einem reinen Gewissen empfehlen. Grundsätzlich versuche ich das Gleichgewicht zwischen eigenen Beiträgen und Werbung zu finden. Deshalb wähle ich sehr spezifisch aus, welche Produkte ich da bewerbe.

Macht es für dich einen Unterschied, ob dich ein junges Startup oder ein etabliertes Unternehmen anspricht?

Für mich macht es einen Unterschied, ob das ein Startup oder ein etabliertes Unternehmen ist. Gerade wenn es um Hundefutter geht, sieht man oft billige Zusatzstoffe in der Zutatenliste. Solche Produkte fallen direkt raus. Ich entscheide da nach eigenen Kriterien. Produkte müssen für mich artgerecht sein und ich muss es reinen Gewissens bei meinen Tieren verwenden können. Sonst würde ich es nicht empfehlen.

Ich arbeite gerne mit jungen Unternehmen zusammen, die etwas neues auf den Markt bringen. Die außerhalb der Box denken. Dabei kommt mein beruflicher Hintergrund zum Tragen. Dadurch erlebe ich Unternehmen, die gerade anfangen oder eine Idee haben und noch nicht so richtig wissen, wo es hingehen soll. Solche jungen, innovativen Startups unterstütze ich bevorzugt – wenn die Idee und das Produkt gut ist.

Welche Rolle spielt für dich Ansprache und Kommunikation mit dem Auftraggeber?

Diee Ansprache muss zu meinem Kanal passen. In meinem Blog duze ich meine Follower. Ein Kooperationspartner, der möchte, dass alle gesiezt werden, passt nicht und würde nur meine Follower verwundern. Kooperationen müssen für beide Seiten etwas bringen. Wichtig ist, dass relativ klar vorgeschrieben ist, in welche Richtung die Fotos oder Texte gehen sollen. Ich finde es extrem hilfreich, wenn die Firmen mir zum Beispiel sagen welche Keywords sie gerne verwenden würden, wie allgemein die Bildsprache sein und wie die Ansprache mit der Zielgruppe umgesetzt werden soll. Es muss also passen.

Ich möchte nicht, dass jemand, der täglich oder einmal in der Woche meinen Blog liest, sich plötzlich wundert, warum ich beginne ganz anders zu schreiben. Und das ist nicht der Sinn und Zweck der Sache einer Kooperation mit Influencern. Das man das als offensichtlich gebuchte Werbung sieht. Natürlich kennzeichne ich das immer, aber es muss natürlich passen. Sonst kann man eine normale Anzeige irgendwo schalten. Sonst bringt es ja dem Kooperationspartner auch nichts.

Wie sieht es mit der Vergütung aus? Welche Modelle sind für dich interessant?

In Bezug auf die Vergütung finde ich fair, wenn Unternehmen sagen „Wir vergüten das“. So ein Blog verursacht Kosten. Als Selbständige, mache ich Fotos, schreibe Texte, bearbeite und schneide Videos in meinen normalen Alltag . Daher finde ich es fair, wenn solche Kooperationen vergütet werden. Bei einer Zeitung kann ich auch nicht einfach kommen und sagen, „Hier druck mal mein Bild da bitte ab“, und damit war es das.

Was die Vergütungsmodelle angeht, bin ich flexibel. Wenn es jetzt nur ein kleines Startup ist, was noch nicht so viel Budget hat, ich das Produkt aber gut und innovativ finde und es sowohl mir als auch meinen Followern etwas bringt, dann muss nicht unbedingt immer viel Geld herauskommen. Was natürlich schön ist, wenn man zum Beispiel Affiliate Links hat oder derjenige bei Amazon verkauft. So kann man einen Partnerlink setzen und ein bisschen Provision bekommen. Bei größeren Firmen erwartet man eine gewisse Art der Vergütung. Immerhin verdienen sie ja ordentlich Geld und die Produkte sind entsprechend teuer. Aber grundsätzlich bin ich da flexibel.

Franziska Schneider, danke für das Gespräch!

Die Serie Blogger hautnah entstand in Kooperation mit trusted blogs. Die Plattform bietet Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Blogger zu recherchieren, Kampagnen zu planen und die Ergebnisse zu monitoren.

Vom 12. März bis 16. April 2018 publizieren wir jeden Montag ein Interview. Die Gespräche werden parallel als Video in unserem Youtube-Kanal veröffentlicht.


Das Interview als Video:


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Ein Schwerpunkt des Gründers Nicolas Scheidtweiler ist die Verzahnung von praktischen Erfahrungen mit einem Theorie-Fundament. PR muss nach Ansicht des Experten dauerhaft und kontinuierlich gestaltet werden. Nur durch eine ideenreiche und seriöse Partnerschaft werden die Kommunikationsziele erreicht. Zu den Kunden zählen mittelständische Unternehmen aus Bremen und Norddeutschland.